Der Weg dorthin

Alpenüberquerungshinweisschild Alle Kollegen hatten ihren Urlaub eingereicht, nur ich hatte geträumt. Und es blieben nur noch drei Wochen Ende September übrig. Also fielen diese mir zu. Ohne Plan, aber dringender Erholungsbedarf stand an. Wildwasserwoche? Familie besuchen? Endlich mal den Münchner Jakobsweg, den ich bereits in Etappen gegangen war, am Stück laufen? Ich wusste es nicht und buchte erstmal einen Zug für ein verlängertes Wochenende in der Heimat, der Rest wird sich fügen. Und wie er sich fügte: Der Flyer zur Alpenüberquerung kam mir in die Hände. In 7 Tagen. Genau richtig für mich! Aber dann: mir ist zu viel Busgefahre dabei, ich wollte mehr laufen. Nun tüftelte ich tagein tagaus die passende Strecke für mich zusammen. Erstes Problem: alles zu Fuß sprengte dann doch meinen Zeitrahmen, oder? Zweites Problem: die erste Hütte, die ich mir schon so richtig gut in meinen Streckenplan eingebaut hatte, hat bereits geschlossen, wenn ich laufe. Drittes Problem: die Nacht Samstag/Sonntag bedeutet, dass die Hütten bereits ausgebucht sind, andere Strecken zu lang waren (oder zu kurz für meinen Zeitplan). Was habe ich geschoben, gerechnet, recherchiert, gemailt. Und ein paar Tage vorher stand meine Route endlich fest. Meine ganz eigene Route, ein tolles Gefühl! Berauschend! Ich sah mich bereits über den Tegernsee schweben und jubelnd in Sterzing ankommen. Die Einstellung passte also!

Die Umsetzung – das Laufen

Los gings! War ich aufgeregt. Und obwohl ich wusste, dass der erste Tag zu lang war, besonders als Einstieg, lief ich ihn. Nicht immer fröhlich, denn ich spürte Blasen an den Füßen.

Einmann-Ruderboot Tegernsee

Und der Aufstieg erfolgte ja erst zum Ende der Tour! Meine Kräfte schwanden. Und dann dieser eine Wasserfall. Ich weiß nicht, ob es Mut war. Oder Leichtsinn. Kein Platz, um meine Stöcker am Rucksack zu befestigen, also legte ich diese hinterm Wasserfall auf den weiterführenden Weg. Aber wie kam ich herüber? Ich wusste, ein falscher Schritt und das wars! Und das sollte es noch nicht gewesen sein! Wenn der schwere Rucksack nicht wäre… Aber zum Umdrehen waren meine Kräfte zu knapp. An Bergwacht war nicht zu denken. Also Konzentration, den einfachsten Weg der schwierigen Passage suchen und festen Schrittes rüber. Was für eine Leistung! Stolz bin ich nicht, eher ängstlich, obwohl ich es meisterte! Puh, mein Herz rast noch jetzt. Aber die Deutsch-Österreichische Grenze und damit die Hütte waren nicht mehr weit.

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Teil 2 – Tag 2 und 3

Die Route

Überblicksseite Alpenüberquerung Tegernsee – Sterzing

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Alpenüberquerung – Teil 1
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