Das Gegenteil von Spannung

Die Ent-Spannung ist das Loslassen von Spannung, von Festhalten, von Stress, von Zugkraft. Es ist die Erholung von Etwas, das uns angespannt hat.

Erkennen von Spannung

Gerade im Alltag sind wir vielen Situationen ausgesetzt, die uns anspannen, verspannen, uns nicht entspannen lassen: Zeitdruck hier, ein Konflikt da, viele Aufgaben, permanente Erreichbarkeit, Freizeitverabredungen usw.usf. Und dazu wollen wir uns bewusst ernähren, einen Ausgleich schaffen, uns bewegen und vielleicht sogar bewusst entspannen mit Yoga, Meditation & Co. Und dennoch sind wir oft im Dauermodus an. Trotz Entspannungsübungen.

Erkennen der Ursachen

Oft ist uns nicht bewusst, dass uns selbst die gesetzten Entspannungspausen stressen. Oder dass diese nicht genügen, um den Tagesstress richtig abzubauen. Oder wir glauben, dass uns der Sport am Abend Erholung bringt. Oder das Daddeln am Smartphone Ablenkung und damit Entspannung verschafft. Oder dass das gesunde Essen Ausgleich ist. Oder das wir genügend schlafen.

Oft ist dies aber keine wirkliche Entspannung. Weil:

  • Der Schlafraum gar nicht optimal ist (dunkel, geräuscharm und stromfrei).
  • Das gesunde Essen eine Kasteiung ist und uns damit stresst (und was wirklich gesunde Ernährung ist, darüber lässt sich dann auch noch streiten).
  • Das Smartphone durch seine Strahlung uns in der Tiefe stresst, die wir nicht so spüren wie ein bevorstehendes Konfliktgespräch. Wir glauben, dass mit der Dimmung zum Nachtmodus wir das richtige rote Licht bekommen (aber nur, weil es rot strahlt, heißt es nicht, dass das Licht im Gehirn die richtige Region aktiviert!).
  • Sport am Abend eher aufwühlend statt beruhigend und schlafvorbereitend ist. Und nicht im Einklang mit unseren Körperfunktionen „tickt“ (daher besser vor 19 Uhr den Sport beenden).
  • Die Verabredungen zu Yoga, Meditation und Co. uns unter Zeitdruck setzen und dadurch teilweise mehr stressen als nützen.
  • Wir dazu neigen, Konfliktgespräche zu meiden und zu schieben. Andauernder unterschwelliger Konflikt am Arbeitsplatz oder in Partnerschaften stressen uns aber oft unterschwellig sehr stark. Wir nehmen es nur auf andere Weise wahr (oft in schlechter Laune) als eine Mehrbelastung von Arbeitsaufgaben.
  • Wir oft die Entspannung auf zwei Tage schieben (das Wochenende, an dem dann aber der liegengebliebene Haushalt ansteht), statt jeden Tag ein paar Minuten bewusst zu ent-spannen.

Ich weiß selbst, dass es schwer sein kann, die genaue Ursache herauszufinden. Weil wir Künstler im Verdrängen sind. Weil oft Stress am Arbeitsplatz und Beziehungskrisen zusammenfallen (oder sich gegenseitig bedingen?).

Gerade mit der ganzen Technisierung setzen wir uns selbst unter Druck und glauben, permanent erreichbar sein zu müssen. Aber niemand muss permanent erreichbar sein! Niemand. Kein Chef, und schon gar kein Angestellter. Auch wer glaubt, dass es nicht schlimm sei, am freien Tag mal aufs Arbeitshandy zu schauen, ist nie ganz in seiner Erholung. Auch wenn du es vielleicht glaubst. Auch wenn du gern deinen Job machst. Gerade unter dem Aspekt der Strahlung nimmt das Schauen auf das Smartphone (was permanent strahlt!) noch einen zweiten Stressaspekt mit auf.

Erkennen von Stressauslösern

Wie erkennst du nun, was dich stresst?

Wenn du bereit bist, dies zu erkennen, hast du schon den ersten Schritt getan. Du gehst in das Bewusstwerden. Du kannst dir beispielsweise mit einem Tagebuch Unterstützung holen und dir notieren, wie du mental und körperlich drauf bist. Geht es dir gut? Wo zwickt dein Körper? Wieviel hast du heute gearbeitet? War es eher mit Zeitdruck verbunden? Wer hat dir Druck gemacht? Willst du perfekt sein und/oder jemandem etwas beweisen? Wie ist die Stimmung zu Hause? Was hast du gegessen? Hat dich das satt UND glücklich gemacht? Bist du zu deinen Terminen gehetzt? Was ging dir auf dem Weg ins Büro/nach Hause/zu deinen Terminen durch den Kopf? Hast du deinen Alltag/dein Büro/das Gespräch an Ort und Stelle gelassen oder zum (über)nächsten Punkt mitgetragen? Warst du pünktlich oder zu früh/zu spät? Hast du dich auf die Arbeit/Zuhause/deine Termine gefreut? Wenn ja, warum. Wenn nein, warum nicht? Was bedrückt dich? Wen hast du heute – und warum – getroffen? Wie hast du dich dabei gefühlt? Sind bestimmte körperliche Symptome besser oder schlechter geworden? Wieviel Freude macht dir dein Haushalt? Was bevorzugst du? Lässt du alles liegen?

Du musst nicht alle Fragen gleich beantworten. Suche dir das raus, womit du arbeiten möchtest – und wo du vermutest, dass dich das am meisten stresst. Wenn du mit einem Bereich beginnst, nimmst du auch die anderen Bereiche mit wahr. Sie greifen ineinander. Wenn ein Bereich unzufrieden läuft, hat dies meist Auswirkungen auf die anderen. Wenn du im Job unglücklich bist, verändern sich deine Gespräche, deine Laune auch im Privaten. Oder du spürst, dass du aggressiver Sport treibst. Oder dass du dich total einigelst. Jeder hat so seine Meidungsstrategie.

Lösungsansatz

Mit der Zeit wirst du feststellen, wo du Zeit verlierst, wo du gut/schlecht drauf bist. Wo du selbst merkst, dass du dich anspannst. Wo du zu spät kommst und warum. Wenn du dies erkannt hast, kannst du an den Stellschrauben arbeiten.

Der wichtigste Punkt ist m. E. das Erkennen und das Trinken von ausreichend Wasser (mindestens 3% des Körpergewichts) sowie nicht nur bildschirmfreie Zeit, sondern das Ausstellen von Smartphone und Tablet und Watch und allem, was noch strahlt (Schnurlostelefone während des Telefonierens, Router, Alexa & Co. lassen grüssen!). Und dann kannst du dir bewusst Ruhepausen und Entspannung schaffen.

Entspannung finden

Wo du am besten entspannst, weißt nur du. Der eine kann dies in der Sauna, die nächste beim Walken. Ein Dritter bei Meditation und Yoga, eine Vierte beim Zuschauen eines Sonnenuntergangs. Vielleicht ist es bei dir die klassische Musik oder das Radeln durch den Wald.

Auch kannst du Methoden einführen, die dich in deine Harmonisierung bringen und jederzeit anwendbar sind, sodass du auch im Akutbedarf sofort handeln kannst.

Ich für mich weiß, dass Stille und Natur meine Favoriten sind. Bewegen wie spazieren und radeln, aber auch lesen und verschiedene Meditationen helfen mir auch, dem Alltag zu entfliehen, zu mir zu finden.

Reflektion

Hast du eine bestimmte Methode, um zu entspannen? Nimmst du dir regelmäßig Auszeiten zum Runterfahren? Was möchtest du bei dir verändern? Ich freue mich, wenn du mich in einem Kommentar unten daran teilhaben lässt. Danke❣️

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Entspannung
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