Was bedeutet Vergebung?

Dass wir einer anderen Person, Situation und/oder uns selbst verzeihen – und dann auch vergessen, nicht nachtragend sind. Dass wir den Groll, Zorn, auslösende Ängste & Co. annehmen und gehen lassen. Dass wir Frieden und Leichtigkeit in unser Herz bringen. Und uns bewusst werden über die Ursache der Verletzung. Die nicht in der Aussage des Anderen liegt – sondern in uns!

Schritt 1 – Bewusstwerdung

Es klingt so leicht. Ich kenne es selbst aus Erfahrung, dass ich gehört oder gelesen habe, der Sache zu vergeben. Aber so einfach ist das gar nicht. Denn wir haben ja etwas gespürt, uns verletzen oder ärgern lassen.

Nun habe ich schon den ersten Punkt angesprochen: wir haben etwas mit uns machen lassen. Wir haben zugelassen, dass uns jemand anderes verletzt, verurteilt, Schmerz hinzufügt. Oder auch wir selbst. Weil wir (mal wieder) über uns selbst unzufrieden sind. Dies ist der erste Punkt der Bewusstwerdung: Ich kann entscheiden, wie ich mit den Worten/Taten des anderen umgehe. Wenn ich mich verletzen, beleidigen, demütigen,… lasse, stimme ich der anderen Person zu. Sie hat recht mit ihrer Aussage.

Schritt 2 – Ist es wahr?

Aber stimmt es wirklich, ist es wirklich wahr, was der andere gesagt hat? Bin ich wirklich blöd (als Beispiel)? Wenn ich dem zustimme, muss ich nicht beleidigt, verletzt sein. Denn dann kann ich dies ja als meine Schwäche, als mein Alleinstellungsmerkmal anerkennen. Denn der andere hat ja das Problem damit. Er schämt sich, weil er ein Problem damit hat, dass ich nicht superschlau bin. Wenn es sein Problem ist, kann er es auch behalten. Und du kannst im Frieden mit dir sein.

Und wenn es nicht wahr ist, na, dann brauchst du dem auch nicht mit deiner Kränkung zustimmen. Dann hat der andere eben eine eigene Meinung, die deiner nicht entspricht.

Und gut wäre es. Wenn da nicht dieser Punkt ist, dass wir dennoch gekränkt sind, uns verletzt fühlen.

Schritt 3 – tatsächliche Ursache erkennen

Wenn ich nun dennoch verletzt bin, auch wenn ich vom Kopf her dem anderen nicht zustimme, dann liegt die Ursache tief in mir. Und das zu erkennen und gar anzunehmen, das kann schmerzhaft sein. Denn wir müssen schauen, woher wir dieses Gefühl kennen. – Es liegt ganz oft in unserer Kindheit. Unser Inneres Kind kennt diesen Schmerz und zeigt sich nun wieder, damit der Schmerz gelöst werden kann. Es sind oft scheinbar banale Situationen, in denen wir uns nicht geliebt gefühlt haben. In denen wir für unsere Leistung vermeintlich nicht anerkannt gefühlt haben (unabhängig davon, ob es tatsächlich so war. Wir haben es als Kinder so wahr genommen, gefühlt und abgespeichert – und das dringt jetzt wieder an die Oberfläche).

Und dieses Gefühl zeigt sich nun wieder. Es möchte gesehen und anerkannt werden, um gehen zu können. Dafür musst du es benennen (zum Beispiel fehlende Anerkennung), es zulassen und fühlen. Tief in dieses Gefühl eintauchen, es vielleicht auch mit Liebe und Worten zusprechen. Und dann kann es mit der Zeit gehen.

Dieser Schritt ist wichtig, wenn du wirklich in deine Eigenverantwortung gehen möchtest.

Schritt 4 – Vergebung

Wenn du dein Gefühl, das hinter der Verletzung steckt, angenommen hast, kannst du auch der anderen Person vergeben. Dann kannst du dir selbst vergeben, weil du dich verurteilt hast. Du kannst hierfür zum Beispiel ein Ritual machen/aufsagen: ich vergebe mir, ich vergebe dir und ich bitte dich, mir auch zu vergeben.

Dies geht wunderbar in Meditationen, in denen du dir die andere Person vor deinem inneren Auge vorstellst.

Schritt 5 – Loslassen

Und dann solltest du die Situation auch ziehen lassen, sonst war die Vergebung umsonst. Wenn du dich dennoch immer und immer wieder an die verletzenden Worte und Gefühle erinnerst, wiederhole das Vergebungsritual. Das steckt zum Beispiel auch hinter der Ahnenheilung. Und nimm den Druck raus, dass du sofort dich gut fühlen musst. 

Tipps

  • Nimm dir Zeit für dich und deine Gefühle.
  • Heilung geschieht selten sofort.
  • Oft tut der andere nicht etwas gegen dich, sondern für sich (ganz wichtiger Aspekt!). Der andere kommt nicht absichtlich zu spät, um dich zu ärgern, sondern weil sein eigenes Zeitmanagement nicht stimmt. Und schon ist die Ausgangssituation eine andere. Und wenn du dich dennoch ärgerst, schau dir an, welche Gefühle von früher dahinter stecken. Und vergib dir für deine Verurteilung, dass du dich jetzt ärgerst.
  • Du kannst zur Verarbeitung auch die Methode des Heilsamen Zeichnens anwenden.
  • Auch die Harmonisierung mit der liegenden Acht ist hier wirksam!
  • Deine Selbstliebe ist entscheidend für deine Vergebung und eigene Weichheit zu dir. 

Ich kann dir gern helfen, wenn du bei einer Situation nicht weiter kommst. Wir können deine Glaubenssätze aufdecken, um an deine Gefühle heranzukommen. Wir können gemeinsam das Vergebungsritual machen, damit es in der Tiefe wirkt. Schreib mich gern an unter christine@lebensweite.de

Frage

Wie gehst du in die Vergebung, hast du eigene Rituale? Fällt es dir leicht oder schwer zu vergeben? Lass es mich gern wissen. Ich danke dir! ♥

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