Kurz-Tagebuch

Tagebuch-Heft

Meine Erfahrung

Als Jugendliche schrieb ich jeden Tag Tagebuch. Und da es Tagebuch heißt, schrieb ich auch jeden Tag. Mein prägendster Eintrag „Heute ist nichts Nennenswertes passiert“. Ich ließ es mit der Zeit bleiben, habe mal ein Motivationsbuch oder Fühlbuch geschrieben, aber wie ich es auch betiteln möchte, es gab immer ein dickes Buch in meinem Leben, das ich mal mehr mal weniger füll(t)e. Aber nur dann, wenn ich mir die Zeit bewusst nehme. Und je weniger ich es in die Hand nehme, umso schwerer fällt mir das Schreiben. Es spielt sich viel in meinem Kopf ab, das ich nicht zum „richtigen“ Zeitpunkt auf Papier bringen kann. So füllt sich mein Buch langsamer als früher.

Was ist ein Kurztagebuch

Und dann las ich von einem Kurztagebuch oder Danke-Tagebuch (irgendwo gelesen zwischen gedankenwelt.de, mymonk.de und …), meine Lösung!

Die Idee, am Morgen zu reflektieren, wofür oder wem ich dankbar bin, gefiel mir gut. Ich fing an, mir in der S-Bahn Gedanken zu machen, wofür ich an dem Tag dankbar bin. Schrieb einige SMS an Menschen, um mich bei ihnen zu bedanken (für einen netten Abend, für ihr offenes Ohr, für ihre Freundschaft, …). Es fühlte sich aber nicht wie Meines an. Und seit ich meinen (Tagebuch-)Weg gefunden habe, freue ich mich bereits tagsüber auf meine Gute-Nacht-Routine.

Umsetzung

Ich fing im Frühjahr 2018 damit an und notiere seitdem vor dem Schlafengehen als Gewohnheitsritual:

  • 3 Dinge, die ich heute schön fand
  • 3 Dinge, für die ich dankbar bin
  • 1 Sache, auf die ich mich morgen freue

Und dann las ich, ich könne auch 3 Dinge notieren, die ich verbessern möchte. Zum Beispiel, dass ich achtsamer mit mir sein möchte, dass ich mehr Zeit in der Natur verbringen möchte, dass ich meiner Chefin gegenüber resoluter auftreten möchte, dass ich mir mehr Pausen gönne,… Toller Punkt, gleich ergänzt!

Und dann habe ich noch einen Punkt für mich entdeckt, der mir wichtig ist, den ich nun in meiner Abendroutine ergänzt habe: statt einer To-Do-Liste (die eh immer viel zu lang ist) notiere ich nun auch, was ich morgen erreichen möchte/welches Ziel ich habe. Dies sind auch 3 Punkte, die von bewegen (statt Sport treiben oder Staub saugen) bis zu entspannt bleiben oder Natur genießen (statt spazieren gehen) alles beinhalten können. Und mit diesen realistischen Zielen schaffe ich viel mehr als mit meiner langen To-Do-Liste, die mich stresst, unter Druck setzt und meist dann doch von mir gelöscht wird.

Nun freue ich mich vor dem Einschlafen noch mehr auf morgen!

Die Veränderung

Durch mein Kurz-Tagebuch (–> Werbung) bin ich mir vieler tollen Dinge bewusster, für das uns so einfach Erscheinende, das Selbstverständliche dankbar. Dankbar für mein Leben, das Atmen, dafür, dass ich mich bewegen und die Natur wahrnehmen kann.

Ich nehme mir mehr Auszeiten, bin mutiger darin, meine Meinung zu sagen, meinen Weg zu gehen, weil ich mir diese Dinge bewusst mache. Ich lasse mich weniger von einem Autopiloten durch den Tag jagen. Nicht immer, aber immer öfter!

Und ich bin nicht mehr so superkorrekt: wenn ich wegfahre, bleibt das Büchlein ungefüllt. Wenn ich keine Lust habe zu reflektieren, bleibt es zu. Und wenn ich zu müde bin, vergesse ich es auch mal. Das ist dem Buch egal – und mir auch.

Frage

Habt Ihr es auch schon ausprobiert? Was notiert Ihr? Habt Ihr Veränderungen bei Euch wahrgenommen?

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