Da ich öfter wahrnehme, dass andere sich einen Kopf machen, wie ich sie wahrnehme, möchte ich meine Sicht der Dinge hier darlegen. Mal wieder am Beispiel eines Berges 🙂

Dein Auftreten – der Berg

Du bist der Berg. Du kannst dich schön anziehen, toll schreiben, laut lachen, einfühlsam sein, was auch immer dein Herz begehrt. Du stellst dich dar, bist der Berg, den ich sehe. Und je nach Gemütsverfassung, nach Prägung, nach Einstellung, nach persönlicher Erfahrung,… sehe ich dich, den Berg, anders. Ich sehe den Berg und denke

  • Wo sind meine Wanderschuhe, ich möchte gleich loslaufen!
  • Puh, der ist aber hoch, den schaffe ich nicht (oder: der ist so klein, der lohnt nur als Abendrunde).
  • Die Aussicht von oben ist bestimmt toll, fährt da eine Bahn hoch?
  • Der Berg ist aber doll bewaldet/total kahl, ob da ein Weg hochführt?
  • Bei der Lage ist der Berg bestimmt mit vielen Wanderern voll, ich will aber meine Ruhe haben (oder: bei der Lage ist der Berg bestimmt einsam, aber ich möchte sicher sein, dass da andere Wanderer sind, falls mir was passiert).
  • Wie grau der Berg bei diesem Wetter doch ist, so farblos!
  • Es ist ja toll, dass andere da hochstiefeln, meins ist das nicht.

Vielleicht habe ich auch den Kopf gesenkt, weil ich mit mir und einem Wehwechen beschäftigt bin und sehe dich daher (fast) gar nicht. Du siehst, der Berg ist gleich, aber ich nehme ihn ganz anders wahr. Daher ist es völlig unrelevant, dass du dir Gedanken machst, wie ich dich wohl sehen könnte, denn ich sehe dich so wie ich es gerade durch meine Tagesform- oder Kindheitsprägungs-Brille wahrnehmen kann.

Du meinst, du bist der Berg, der in der Abendsonne toll glitzert, weil du dich so schick gemacht hast, besonders witzig warst. Wenn ich dies aber nicht kenne, oder nicht die Art ist, wie ich etwas wahrnehme, sehe ich es nicht. Kann ich es nicht sehen. Wenn ich nicht bereit bin, deine glitzernde Ansicht, dein Strahlen zu sehen, werde ich es nicht sehen. Vielleicht sehe ich es sogar, finde es aber kitschig und völlig übertrieben romantisch, weil ich diese Gefühle / diese Sichtweise in mir gar nicht zulasse (n möchte).

Fazit

Wir können uns viel mehr von unseren eigenen Erwartungen lösen, müssen uns nicht besonders bemühen, denn die andere Seite kann nur aus der eigenen Sicht wahrnehmen, was da ist. Subjektive Wahrnehmung nennt man dies.

Wir gehen von unseren eigenen Erfahrungen, abgespeicherten Glaubenssätzen aus und übertragen sie auf andere, die ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben und es aus diesem Grunde gar nicht gleich sehen können.

Also: mach dich frei, sei du, du wirst eh anders wahrgenommen! Nur du siehst dich so wie du dich siehst.

Und selbst wenn du es mir ganz genau erklärst, werde ich es anders sehen, denn meine Worte sind anders abgespeichert als deine, haben eine andere Form und Farbe. Ich habe ein anderes Verständnis von ihnen.

Das, was du in mir siehst, ist eine Reflexion von dir!

Beispiel Wortverständnis

Wenn du an eine Gießkanne denkst, wie schaut diese aus? Rot, grün, blau, metallic? Welche Größe hat sie?

Auf meinem Balkon steht eine Rote. Aber ich habe eine metallisch glänzende vor Augen, die ich gern haben würde, aber in einem anderen Garten steht; welcher Begriff wird nun bei mir gerade abgerufen, wenn wir uns über Gießkannen unterhalten? Reden wir von derselben? Und selbst wenn du auf meine Rote hinweist, nehme ich wahr, wie ausgeblichen sie bereits ist. Du siehst, kein Begriff ist bei mir genau passend zu deinem.

Frage

Wie siehst du das? Was habe ich deiner Meinung nach in meiner Beschreibung übersehen? Lasse mich an deiner Sichtweise teilhaben, um meine eigene zu weiten.

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Selbst- und Fremd-Wahrnehmung
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