Selbstoptimierung

Wollknäuel

Optimierung ist ein Höher, Schneller, Weiter. Gern gesehen in unserer Gesellschaft. Noch besser sein, noch mehr stemmen können. Mehr Kaffee, weniger Schlaf. Mehr Betäuben, weniger Schmerz. Mehr Marathon, weniger innere Leere.

Begriffsbestimmung 

Optimierung bedeutet, dass eine Zielfunktion maximiert oder minimiert wird (angelehnt an den mathematischen Begriff Optimierung s. Wikipedia). Wenn wir uns also optimieren, fordern wir von uns, dass wir noch besser (oder glücklicher oder schlanker oder schneller oder gesünder ernährt) werden, als wir es im Moment sind. Es reicht heutzutage nicht mehr, gut und zufrieden zu sein. Es muss besser und toller und größer und stärker sein. Und dies wird auch von vielen „großen“ Speakern so vermittelt bzw. von der Gesellschaft so verstanden.

Aufforderung nach Optimierung

Überall lese ich von Aufforderungen: finde dein Glück, sei achtsamer, sei zufriedener, meditiere mehr, lies mehr, bewege dich mehr, reflektiere mehr, reise mehr, lerne mehr, entspanne mehr, manage deine Zeit, deine Finanzen, … alles ist immer mehr als es jetzt ist. Und was anderes soll dabei nicht zu kurz kommen.

Aber unser Tag hat 24 Stunden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn wir unsere Grundbedürfnisse wie essen, schlafen und Nähe befriedigen, sind bereits 10-12 Stunden ausgefüllt. Dann 8 Stunden arbeiten, 1-2 Stunden Arbeitsweg, da bleiben effektiv nur 2-5 Stunden, ansonsten leidet eines unserer Grundbedürfnisse (Stichwort Selbstfürsorge!).

Wachsen

Dass wir wachsen wollen, ist in der Natur des Menschen begründet. Aber meist sind wir nicht bereit, etwas anderes sein zu lassen (loszulassen), um einen neuen Weg zu gehen, sondern wir laden uns mehr auf.

Ausgehend von den 2-5 Stunden, die uns am Tag für uns bleiben. Bei vielen gehen 2 Stunden (oder mehr) für ihr Smartphone und/oder TV drauf. Wir wollen Freunde treffen, den Haushalt schmeißen, uns ein bisschen bewegen, lesen oder einem Hobby nachgehen. Ganz ohne Stress.

Aber bleibt dann noch Zeit für ein besser werden? Müssen wir überhaupt besser werden? M. E. ist dies ein verstandsbezogenes Konstrukt der Gesellschaft, da das Materielle für (fast) jeden erreichbar ist und ausgedient hat. Wir haben erkannt, dass das Materielle uns nicht befriedigt, also müssen wir als Person dies (wieder) übernehmen.

Glück als Ziel

Und statt back to the roots (im Einklang mit der Natur leben, diese achten und uns nach ihr richten) geht es dahin, uns über den Selbstentwicklungsstand zu definieren. Mein Status: ich habe meine Lebensaufgabe definiert, bin durch Maximal-Yoga und -Meditation viel entspannter und durch meine vegane Ernährung viel gesünder als du. Lebe plastikfrei und habe ein Konto bei einer umweltfreundlichen Bank. Außerdem habe ich tausend Listen ausgefüllt und weiß daher, was mich glücklich macht. Aber macht das Wissen wirklich glücklich? Oder nur optimierter?

Abgrenzung zu Selbstverwirklichung

Selbstverwirklichung kommt aus dem Inneren. Und fällt leicht. Es ist kein Hinzutun nötig, es fließt, kostet keine zusätzliche Kraft, um umgesetzt zu werden. Hier ist das Herz im Spiel, nicht der Verstand. Die Grundlage für die Selbstverwirklichung sind aber das Wissen nach persönlichem Glück und Erfüllung und der eigenen Lebensaufgabe oder dem Sinn des Lebens. So sind für mich Plastikfreiheit, Umweltfreundlichkeit einer Bank, Bewegung, Natur,… Aspekte meines Glücklichseins, aber sie sind nicht mein Ziel, sondern meine „Werkzeuge“ für mein glücklicheres, leichteres Leben.

Selbstverwirklichung möchte fließen, hat kein Ziel. Weil sie frei ist. Der Weg das Ziel ist. Weil sie einfach ist wie sie ist. In uns verborgen – und wie bei einem Knäuel Wolle dürfen wir erst die äußeren Schichten ablegen, um ins Innere zu gelangen.

Anregung

Wo bist du in der Selbstoptimierung? Wo im Kopf, dass du etwas mehr machen musst, um (wieder) glücklich zu sein?

Und wo erlaubst du dir, wirklich aus tiefsten Herzen deinen Weg zu gehen?

Lass uns an deinen Antworten teilhaben, danke!

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