Ich hatte letzte Woche bereits darüber geschrieben, dass ich es wichtig finde, achtsam im Moment zu sein. Sich dessen bewusst machen, was in mir ist, was ich fühle, was die Situation gerade mit mir macht.

Allgegenwärtig sein

Das ist meiner Meinung nach genau das, was in der Bibel gemeint ist, wenn es heißt, dass Gott allgegenwärtig ist. Da ist niemand, der uns beobachtet, ob wir alles richtig machen. Sondern es geht darum, Gott zu uns zu holen. Uns eben bewusst zu machen, dass das Schöne immer da ist. Auch wenn es gerade nicht so läuft wie wir es gern hätten.

Wenn ich in meinem Alltagsgeschehen bin, bin ich oft automatisiert, eben nicht bewusst bei der Sache. Sei es, dass ich zur S-Bahn flitze, am PC meine Arbeiten verrichte. Als sei ein Autopilot eingeschaltet. Und das Bewusstwerden des Sein führt zum Fühlen der Situation. Dazu hatte ich aber schon hier geschrieben.

Genießen im Tief

Nun fällt es uns relativ leicht, schöne Momente zu genießen. Aber wie ist es mit denen, die wir weniger schön finden. Die uns vielleicht belasten?

Meiner Ansicht nach steckt in jedem Tief das Potential zum Hoch. Wir holen sogar Schwung im Tief, um wieder ins Hoch zu kommen. Denn ohne Tief könnte das Hoch gar nicht existieren. Die beiden bedingen sich! Es ist wie eine Riesenradfahrt: auf und ab und auf und ab. Mal hält das Fahrgeschäft an, damit andere Leute ein- und aussteigen können (das sind deine Lebensbegleiter im übertragenen Sinne), mal pausiert es, weil Feierabend ist oder eine Inspektion (dein bevorstehender Urlaub/Generalüberholung) ansteht. Aber danach geht es wieder munter weiter.

Wenn wir uns diesem Kreislauf bewusst sind, können wir schon aufatmen, weil das Licht am Ende des Tunnels erkennbar ist. Wir können dann sogar bewusst aktiv werden, um das Tief zu durchschreiten: wir nehmen es an, lassen es zu und geben ihm damit Raum. Denn das braucht das Tief ja. Es möchte gesehen und anerkannt, gefühlt werden. Denn daraus schöpft es den Schwung nach oben. Aber ich muss mir dessen bewusst werden, das Tief nicht wegdrücken.

Das Hoch genießen

Und selbst im Hoch verbauen wir uns oft selbst das Wahrnehmen der wunderbaren Gefühle, weil wir im Kopf oft schon im Danach sind. Und das Danach ist gerade unwichtig. Natürlich brauche ich manchmal eine Uhr, weil der nächste Termin ansteht. Aber noch ist der Termin nicht da. Also darf ich ihn auch noch unberücksichtigt lassen, mich auf das konzentrieren, was JETZT ist.

Wie oft ärgerst du dich, weil dein Gesprächspartner gedanklich woanders ist? Nicht bei dir oder dem, was du gerade sagst oder tust? – Dreh den Spieß mal um: bist du immer gedanklich im Moment?

Übungen

Du kannst dir vornehmen, dass du bei deinem nächsten Treffen deine Alltagsgedanken zur Seite schiebst. Sie dürfen später wiederkommen. Leg dein Smartphone wegen der Ablenkung wirklich zur Seite (schalte es am besten ganz aus!). Es fällt dir anfänglich sicherlich schwerer. Wie ein Muskel trainiert werden möchte, wollen auch die achtsamen Momente und das Verweilen in ihnen trainiert werden.

Du kannst auch bewusst eine Blume oder einen Gegenstand anschauen und dir vornehmen, so lange wie möglich mit deiner Aufmerksamkeit hierauf zu bleiben. Ohne weitere Gedanken. Genau das ist das Gewahrwerden des Augenblicks. Die Achtsamkeit, von der alle sprechen. Und in diesem Moment ist auch ein Tief viel weniger tief, du spürst den Moment. Bist bei dem Einlassen auf die Situation in deinem Herzen.

Es geht darum, dies ganz spielerisch zu machen, nicht mit Druck. Da kommt das Innere Kind zum Einsatz. Dazu bald mehr ?

Feedback

Wie geht es dir mit achtsamen Momenten? Gerade, wenn du nicht so gut drauf bist? Wie sehr lässt du dich auf einen Moment ein, bei dem du jemanden gleich verabschieden wirst? Bist du schon im nächsten Termin?

Wie gesagt, die Bewusstwerdung führt dich zu dir und zum Genuss und ganz automatisch über die Zeit auch in die Dankbarkeit. ?? Und Dankbarkeit bedingt wiederum die Selbstliebe (auch dazu bald mehr). Es hängt irgendwie immer alles zusammen – so schön?

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Den Moment genießen
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