Das Lernen an der Natur

Der Fluss des Lebens. Sich dem Wasser hingeben. Kein Stillstand möglich.

Wildwasserfahren – zumindest kann ich dies für Wildwasser II / III behaupten – ist für mich nicht nur ein Freiheits- und Naturgefühl, sondern hat ganz viel mit dem Fluss des eigenen Lebens zu tun.

Gebe ich mich dem Fluss hin, bin ich im Fluss, bin ich eins mit mir und der Natur. Wiedersetze ich mich dem Leben, blockiere es, mache dicht, erfahre ich eine Blockade, gehe sprichwörtlich baden.

Treffe ich keine Entscheidung, reißt mich das Wasser mit, zwingt mir seinen Willen auf. So auch das Leben, die Umstände.

Bin ich zu schnell, zu hektisch, kommt es zu einer Unruhe, mein Boot wackelt, das Paddel sitzt nicht richtig. So auch im Leben, es wird unbedacht, nicht mehr sauber.

Lasse ich mich nur treiben, bin ich passiv und das Wasser drückt mir seinen Weg auf. Zieht mich mit, aber ich bin willenlos. So auch im Leben, wenn ich den Weg anderer Menschen gehe.

Habe ich Angst, bin ich zu vorsichtig, verpasse den Hauptweg. Das Wellenreiten ist kein Jauchzen, sondern nur ein Krampf. Lasse ich mich stattdessen darauf ein, habe ich ein Hochgefühl. Wie auch im wahren Leben.

Weiche ich dem sichtbaren Hindernis aus, komme ich in kleine vorher nicht sichtbare Hemmnisse. Nehme Umwege in Kauf, statt den klaren Weg zu gehen und gezielte Schritte zu machen. Wie auch im Alltag. An den großen Herausforderungen wachse ich, nicht am Vermeiden.

Das Ziel vor Augen haben, die Schritte überlegen, gezielt Akzente setzen, dann sind schwierige Situationen meisterbar!

Im Jetzt sein

Und was ich immer wieder beobachte: wenn ich nicht bei der Sache bin, nicht im Jetzt bin, treten genau die oben genannten Faktoren ein. 

Das Schönste Gefühl für mich ist, den Moment zu genießen, zu spüren, wie Wasser und Boot harmonieren und ich völlig frei und in Ruhe sein kann. Innerer Frieden macht sich breit! 

Wildwasser paddeln

Wir sind nicht schwimmen gegangen, sondern lachend wieder aufgetaucht!

(c) roots

Äußere Faktoren

Auch das Fitting muss stimmen: Je besser ich in meinem Boot sitze, umso genauer/gezielter kann ich fahren. Wenn ich einen Job mache, der auf mich zugeschnitten ist, kann ich klar agieren, Verantwortung übernehmen. Sitze ich aber nur in irgendeinem Boot/auf irgendeinem Stuhl, kann ich keinen exakten Paddelschlag ausüben/nicht meinen vollen Einsatz bringen, mein Potenzial ausschöpfen.

Das Herz muss dafür schlagen: Mein Einsatz lohnt sich nur, wenn ich voll und ganz dabei bin. Im Boot, im Job, im Leben. Nicht Augen zu und durch, sondern Herz auf, Verantwortung übernehmen, Komfortzone verlassen und fühlen!

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Der Fluss
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2 Gedanken zu „Der Fluss

  • Ein wundervoller Artikel. Ich finde den Vergleich mit Wildwasser absolut passend. Es erinnert mich auch an die Weisheit des Tao, in der es darum geht im Fluss des Lebens zu sein. Ich persönlich kenne auch diese Momente, in denen alles leicht und ohne Anstrengung geht – in denen ich intuitiv weiß, was zu tun ist und wie. Lieben Dank für die Inspiration.

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