Jeder von uns hat Bedürfnisse. Dies sind laut Wikipedia:

Unter Bedürfnis versteht man in der Alltagssprache Verlangen, Wunsch, Ansprüche („wachsende Bedürfnisse“) oder etwas meist materielles zum Leben Notwendiges.

Sprich, wir haben ein Bedürfnis nach Nähe/sozialen Kontakten, essen, schlafen, weil wir sonst nicht überleben können. Angelehnt an die Bedürfnispyramide von Maslow sind dies Grundbedürfnisse. Sind diese erfüllt, eröffnen sich höher liegende Bedürfnisse nach Sicherheit, Anerkennung und Individualbedürfnissen, die m. E. den Punkt der Enttäuschung in Beziehungen ausmachen. Ganz oben steht dann das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung – dies ist jetzt stark vereinfacht dargestellt, bei Bedarf bitte selbst nachlesen, stelle auch meine Uni-Bücher zur Verfügung 😉

Um zu den Enttäuschungen zurück zu kommen: du sehnst dich nach Anerkennung, bekommst sie nicht, bist enttäuscht, traurig. Ich sehne mich nach Ruhe, bekomme sie nicht, werde wütend.

Wie du schon erkannt hast, hat jede(r) ein anderes Bedürfnis, daher entstehen Missverständnisse und Enttäuschung, eine Erwartung, die nicht erfüllt wurde.

Nun habe ich letztes Mal schon aufgezeigt, dass ich es für gut erachte, das Bedürfnis hinter einer Enttäuschung zu erkennen, um die Enttäuschung gehen lassen zu können/loszulassen.

Bedürfnisse hinter Wünschen erkennen

Oftmals steckt hinter Wünschen ein Bedürfnis, das wir nicht klar benennen (können). Wie kommen wir diesem auf die Spur?

Vielleicht hast du – ich bleibe bei der nicht erhaltenen Anerkennung, obwohl du als Berg so schön im Abendrot strahlst – schon erkannt, dass dir Anerkennung fehlt. Wenn dir dies als Aussage genügt, ist es gut. Wenn du jedoch tiefer gehen möchtest, kannst du dich an dieser Stelle fragen, warum dir die Anerkennung wichtig ist. Bist du es gewohnt, dass dir immer auf die Schulter geklopft wird, dass alle dich loben und toll finden? Oder hast du vielleicht als Kind schon um Anerkennung gekämpft und die Nichtzustimmung heute hat genau die alte Wunde getroffen?

Oder warum sehne ich mich so nach Ruhe und Einsamkeit? Ist mein Alltag so laut? Oder kann ich mich schwer abgrenzen?

Wenn wir die dahinterliegenden Bedürfnisse erkennen, sind wir in der Lage, diese zu benennen und zu erfüllen. Sind sie erfüllt, können wir Enttäuschungen vorbeugen. Und wir sind in der Lage, auf andere Begebenheiten zu reagieren, ohne enttäuscht sein zu müssen. Vielleicht können wir dann sogar die andere Begebenheit lachend oder als Herausforderung annehmen. Zumindest wechseln wir damit von der Opfer- und die Täterrolle. Aber zu diesem Krimi in den nächsten Wochen mehr 😉

Ausflug

Letztendlich habe ich in den Beiträgen zu Selbstfürsorge und dem Berufswunsch als Kind bereits dahinterliegende Bedürfnisse angesprochen. Nur eben nicht als solche benannt.

Am Einfachsten ist es, mal während der Arbeit darauf zu achten, ob Ihr immer genug esst und trinkt, also euer Grundbedürfnis stillt, um gut arbeiten zu können.

s. auch Interview mit Sybille Schmitz oder Kimberly Wilke

Fallen euch noch weitere Felder ein?

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