Minimalismus – nur was für Verrückte?

Minimalismus-ProjektVor ein paar Wochen erreichte mich das Buch von Christof zu Minimalismus. Und ich dachte so: Puh, lasse ich mich davon unter Druck setzen, mein Leben kritisch beäugen? – Also weil ich mich und meine disziplinierte Art kenne, die manchmal etwas übertreibt 🤣 Ich war ja neugierig auf das Buch!

Aber schon der erste Blick in das Buch „Das Minimalismus-Projekt – 52 praktische Ideen für weniger Haben und mehr Sein“ (Werbung) entspannte mich: Ich schlug eine Seite auf, deren Tipp ich bereits immer mal umsetze. Dinge verschenken, die ich selbst nicht mehr brauche, die aber noch gut sind, einen Zweck erfüllen, aber eben nicht (mehr) zu mir passen.

Beim Minimalismus geht es nicht um Einengung oder Verzicht, sondern um das Erkennen des Mehrs. Um die Bereicherung: mehr Freiheit, mehr Zeit, mehr Geld, mehr Nachhaltigkeit, mehr Umwelt, mehr Freude, mehr Einfachheit, mehr Ichsein,…

Und so las ich das Buch an einem Rutsch durch, weil ich auf die 52 Ideen gespannt war. Und amüsiert feststellte, dass ich mich nie als Minimalistin bezeichnet hätte, aber eine bin ❤️ Denn ich liebe und mache (wenn auch kürzere) Fernwanderungen, achte auf meinen Wasser- und CO2-Verbrauch, vermeide möglichst Plastik, sortiere regelmäßig aus, habe bereits vor Jahren schon jeden Tag eine Sache weggeworfen und mich befreit. Weil ich versuche, mein Gedankenkarussell immer wieder zu stoppen und weil ich die Schönheit des Einfachen, des Nahen, der Natur liebe. Schon immer. Und das ist Minimalismus: einfach und bewusst leben. Kein Überfluss, aber auch keine Kasteiung. Erkennen des Zuviel, leben des Normalen.

Bereicherung durch Loslassen

Darum geht es in dem Buch: Befreie dich von Ballast, sieh das Einfache und kehre heim zu dir. Erkenne, was dich ausmacht, was und wer dir wichtig ist. Und dabei erfährst du mehr Zeit und Geld. Spielerisch nebenbei. Weniger ist mehr. Mehr Sein mit weniger Haben. Denn Materielles macht nicht glücklich. Bindet uns. An uns und an (vermeintliche) Gewohnheiten und Verpflichtungen sowie Stress.

Die 52 vorgestellten praktischen Ideen gehen ineinander über, können zusammen und separat umgesetzt werden. Oft gibt es verschiedene Ansätze für eine Lösung. Und immer der Hinweis, dass auch hier weniger mehr ist: Um Gewohnheiten zu (durch)brechen, ist es sinnvoll, in kleineren Etappen zu beginnen, erstmal zu erkennen, bevor das Leben schlagartig geändert wird. Kein Radfahrer beginnt erst mit der Tour de France und dann mit dem Training.

Zu viel zu wenig genug

Das Schöne an dem Buch ist, dass es kein „mach dies, mach jenes“ vorgibt, sondern alles miteinander verbindet, die Ideen fließen lässt und erklärt.

Ein Buch zum angenehmen Nachdenken, weglesen, anregen und umsetzen. So wie es jede/r mag. Ein Impulsgeber.

Klarer Aufbau und Stil, minimalistische Schrift, kein Schnickschnack und dennoch optisch sehr gut aufbereitet. Ein Buch für jedermann! – Auch wenn man nichts umsetzen mag, inspiriert es dazu, das eigene Leben anzuschauen oder sich selbst zu erkennen. Und wem das Buch gar nicht gefällt, kann Christofs Idee des Weitergebens in Form einer Bücherbox nachkommen und dadurch Freude verschenken.

Wie von allein wird es einfacher

Lustig war, dass ich – mal wieder – was aussortiert habe, sobald das Buch in meiner Wohnung war, ich es noch gar nicht angefangen hatte zu lesen. Solche Anwandlungen habe ich immer mal, und nun waren sie mir noch bewusster.

Und ich spüre, dass das ein oder andere Thema, das mir bereits auf der Seele brennt, nun angegangen werden möchte – der eine Schrank war ein Lückenfüllerkauf. Und wird jetzt gehen dürfen – wahrscheinlich zu den Nachbarn. Denn wir im Haus pflegen eine wunderschöne Tradition: Was wir nicht brauchen, stellen wir in den Hausflur. Und wenn es nach ein paar Tagen keinen neuen Besitzer gefunden hat, wird erst entsorgt. Was ich dort schon verschenkt und mitgenommen habe, ist erstaunlich. Erfreut mich, lässt mich Geld und Zeit sparen.

Eben genau das, was Christof in seinem Buch vorhersagt.

Überraschungsclou

Christof Herrmann Minimalismus-Projekt
Christof Herrmann

Was ich nicht in dem Buch erwartet habe, ist eine Anleitung zur eigenen Berufung. Aber klar, wer Christof kennt, weiß, dass das Einfachsein nicht nur Materielles, sondern auch Immaterielles enthält: Ausgelaufene Beziehungen und Jobs dürfen gehen. Und daher ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, Verhalten und Ängsten elementar. Und hilfreich für mehr Glück und Leichtigkeit. Denn wenn du etwas mit Freude und Leidenschaft tust, bleibst du dabei. Auch die Vermeidung von Stress, Frust und Negativen gehören zum Minimalismus. Ebenso wie das Erkennen des Schönen, dem Achtsamsein und der damit verbundenen Dankbarkeit.

Aber auch Finanzthemen und Spieleanregungen für jung und alt sind im Buch genannt. Also weitaus mehr Ideen als das, was ich auf meinem Bildschirm hatte. 

Alte Bekannte

Auch digital detox ist Minimalismus: Das bewusste Fernhalten von (digitalen) Abhängigkeiten. Und man muss dies nicht so streng wie ich tun, sondern kann sich an Daniela Ottos Vorschlägen orientieren. Oder wie Christof in seinem Minimalismus-ABC am Ende des Ratgebers schreibt: „Weniger online, mehr offline“.

Fazit

Kurz und knapp, eben minimalistisch einfach: Unbedingt lesen!

Rückmeldung via Instagram:

Feedback

Ich freue mich, wenn du diesen Beitrag teilst via:
Buchrezension: Das Minimalismus-Projekt
Markiert in:                                 

Abonniere meinen monatlichen Newsletter hier: